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DIE MISTEL

Rhythmen der Mistel

Die räumlich gehemmte und zeitlich stark verzögerte Entwicklung der Mistel unterliegt strengen Rhythmen im Jahreslauf.

Ende Mai zeigen die jungen Mistelzweige synchron pendelnde Wachstumsbewegungen, die bis Ende Juni anhalten. Dadurch lösen sich die Jahrestriebe aus der ursprünglich vertikalen Orientierung und werden auf das Zentrum des jeweiligen Mistelbusches ausgerichtet.

In den Achselknospen werden gleichzeitig die Organe der Mistelzweige angelegt, die sich im nächsten Frühjahr entfalten. Nach Bildung eines Blattpaares endet Mitte Juni die vegetative Entwicklung, indem anstelle weiterer Blätter die Anlage des Blütenstandes gebildet wird.

In den Früchten spiegelt sich die Umstimmung darin, dass der Mistelkern bis Ende Juni Nährgewebe anreichert, ab Juli dagegen die Mistelembryonen ausgestaltet werden.

Rhythmische Formveränderungen in der sich entwickelnden Mistelfrucht deuten darauf hin, dass das Wachstum der Mistel auch mit dem Gang des Mondes vor den Sternbildern des Tierkreises verbunden ist.

Mistelbeeren und Knospen an einem Mistelzweig in Nahaufnahme

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